Stahlfrei und korrosionssicher bewehrt.
Baden-Baden, im Oktober 26 – Im Zuge des Ausbaus der Berliner Stromnetze entstand im Dezember 2025 ein neuer Netzknoten. Für das rund 1.200 Kubikmeter umfassende, tragende Fundament, in dem zusätzlich eine Schallschutzwand verankert wurde, setzten die Projektbeteiligten auf eine alternative Bewehrungstechnologie: Durch den Einsatz der elektromagnetisch neutralen Glasfaserverbundbewehrung Combar konnte das anspruchsvolle Großbauteil metallfrei umgesetzt werden, so dass keine Wechselwirkungen mit den Drosselspulen entstehen. Zudem besteht mit Combar keinerlei Korrosionsgefahr.
Induktionsströme im Betonbau vermeiden
Im Zuge des Baus eines neuen Berliner Netzknotens wurde ein rund 75 Meter langes und zwei Meter hohes Streifenfundament errichtet, das den besonderen baulichen Ansprüchen energietechnischer Infrastruktur entsprechen sollte. Die Herausforderung bestand darin, Induktionsströme und Magnetisierungsprobleme zu vermeiden, was den Einsatz herkömmlichen Bewehrungsstahls im Fundament konsequent ausschloss. Zudem sollte am Rande des Fundaments eine Schallschutzwand verankert werden, was eine zusätzliche statische Herausforderung darstellte.
So fiel die Wahl auf Schöck Combar aus Glasfaserverbundwerkstoff, der elektromagnetisch vollkommen neutral und elektrisch nichtleitend ist. Combar wird als baubiologisch geprüftes Produkt auch häufig beim Bau von hochsensiblen Mess- und Steuereinrichtungen genutzt, wie z. B. bei Forschungseinrichtungen oder Krankenhäusern, da es eine komplett nicht metallische und nicht magnetische Umgebung ermöglicht. Wechselwirkungen mit elektrischen Feldern treten mit Combar nicht auf. Zudem entfällt mit der Glasfaserverbundbewehrung die Korrosionsgefahr: Induktionsströme können eine Stahlbewehrung erwärmen und so strukturschädigende Ausdehnungen und damit sowohl die Tragfähigkeit signifikant beeinflussen als auch erhöhte Korrosionsanfälligkeit verursachen. Diese Schäden treten mit Combar nicht auf.
Tragwerksplanung im kooperativen Netzwerk
Die bautechnische Umsetzung erforderte eine enge Abstimmung aller Projektbeteiligten. Die ursprüngliche, konventionell auf Betonstahl ausgerichtete Ausführungsplanung der SOCOTEC Deutschland GmbH, dem Tragwerksplaner der Stromnetz Berlin GmbH, wurde von dem spezialisierten Büro Pahn Ingenieure überarbeitet und statisch auf Schöck Combar angepasst.
„Die Planung mit Combar erfordert hochspezialisiertes Know-how, das sich in vielen Bereichen von der Planung mit klassischer Bewehrung unterscheidet. Mit Pahn Ingenieure arbeitet Schöck daher mit einem erfahrenen Planungspartner zusammen, der über umfassende Expertise in der Anwendung und Bemessung nichtmetallischer Bewehrung verfügt“, so Joey Dittmar, Bereichsleiter Produkte bei Schöck. „Kunden profitieren von einer ganzheitlichen, wirtschaftlichen und projektspezifisch optimierten Planung. Ziel dieser Zusammenarbeit ist es, das bestehende Serviceangebot von Schöck gezielt zu erweitern und die wachsende Vielfalt an Combar-Anwendungen bestmöglich zu unterstützen.“
Um das Großprojekt wirtschaftlich optimal zu realisieren, wurde ein intelligenter Hybrid-Ansatz gewählt: Schöck Combar wurde präzise in den Abschnitten verlegt, die im elektromagnetischen Einflussbereich der Spulen liegen. In den unkritischen Randbereichen des Fundaments konnte konventioneller Betonstahl eingesetzt werden.
Stahlfreie Arbeitsfugen als projektspezifische Lösung
Mit einem Betonvolumen von rund 1.200 Kubikmetern gehört das Streifenfundament zu den größten jemals mit Schöck Combar realisierten Bauteilen. Da eine Betonage dieser Größenordnung an einem einzigen Arbeitstag logistisch nicht möglich war, stand frühzeitig fest, dass das Fundament in drei Abschnitte unterteilt werden musste.
Üblicherweise werden in einem solchen Fall Arbeitsfugen mit Fugenabstellungen ausgeführt, die fest in den Bewehrungskorb eingeschweißt werden. Um jedoch jede Form von Metall im elektromagnetischen Wirkungsbereich auszuschließen, war dies nicht möglich. In enger Zusammenarbeit mit der Anwendungstechnik von Schöck wurde so eine projektspezifische Sonderlösung entwickelt: Die Fugenabstellungen wurden als temporäre Holzschalungen direkt vor Ort konstruiert und nach dem Erhärten des Betons wieder ausgebaut. Dadurch wurde die elektromagnetische Neutralität über die gesamte Bauteillänge hinweg lückenlos gewahrt.
Keine Schulung nötig: Reibungslose Verarbeitung, gewohnte Abläufe
Die Verarbeiter des ausführenden Bauunternehmens Hirsch + Lorenz GmbH arbeiteten bei diesem Projekt zum ersten Mal mit Schöck Combar. Dennoch verliefen die Verlegearbeiten auf der Baustelle reibungslos, da sich die Glasfaserverbundbewehrung in der praktischen Handhabung kaum von klassischem Betonstahl unterscheidet. So konnte der Werkstoff im gewohnten Tagesgeschäft und ohne vorherige Schulungen verarbeitet werden. Eine vorbereitende Werksbesichtigung bei Schöck für die Baupartner stellte außerdem sicher, dass das ausführende Unternehmen vor Baubeginn optimal auf die Materialeigenschaften eingestellt war.
Felix Bergemann, Projektleiter bei Hirsch + Lorenz GmbH: „Schöck ist uns sehr auf Augenhöhe begegnet, es war ein sehr angenehmes Miteinander und eine hervorragende Zusammenarbeit mit Herrn Dittmar (Bereichsleiter Produkte) und Herrn Hasanov (Gebietsleiter). Auch die Werksbesichtigung im Vorfeld war sehr eindrucksvoll und eine schöne Gelegenheit, einander vor Baubeginn kennenzulernen.“
Bautafel:
Objekt: Netzknoten Berlin
Bauzeit: 2025/26
Länge Fundament: 75 Meter
Bauherr: Stromnetz Berlin GmbH
Tragwerksplanung: Pahn Ingenieure GmbH, SOCOTEC Deutschland GmbH
Bauunternehmen: Hirsch + Lorenz GmbH
Produkt: Schöck Combar