Gesundheitszentrum Comed in St. Wendel mit außergewöhnlicher Architektur

Baden-Baden, im Juni 26 – Die Erweiterung des medizinischen Gesundheitszentrums Comed im saarländischen St. Wendel um einen Neubaukomplex mit drei Gebäudeteilen setzt architektonische Zeichen: Nahezu frei schwebend scheint das Mittelgebäude an die beiden als schlichte Kuben ausgeführten, seitlichen Hauptgebäude anzudocken. Das elliptisch geformte Obergeschoss liegt über einem offenen Erdgeschoss und wird von acht ausladenden Voutenträgern getragen. Der Anschluss der Betondecke an die Träger war angesichts des kühnen Entwurfs bauphysikalisch als auch statisch eine große Herausforderung, die nur mit Schöck Sconnex W gelöst werden konnte, dem tragenden Wärmedämmelement für Stahlbetonwände. 

Mit Comed bietet St. Wendel seinen Einwohnern ein modernes medizinisches Versorgungszentrum, das derzeit erweitert wird. Die drei Hauptgebäude des Neubaukomplexes stellen auf insgesamt ca. 4700 Quadratmetern Büro-, Praxis- und Gewerbeflächen für Ärzte, Dienstleister und Verkaufsgeschäfte aus dem Gesundheitswesen zur Verfügung. Das elliptisch geformte Mittelgebäude bietet mit einer Fläche von ca. 300 Quadratmetern Platz für weitere Praxisräume und fungiert darüber hinaus als Verteiler. Beidseits führen verglaste Laufbrücken direkt zu den Obergeschossen der Hauptgebäude rechts und links. Der offene, durch die Voutenträger strukturierte Erdgeschossbereich dient als öffentlicher Durchgang zum dahinter liegenden Bahnhof. Das einzige geschlossene Bauteil ist der mittig platzierte Erschließungskern, über den der Zugang zum Obergeschoss erfolgt. Um diesen Kern ordnen sich die acht Voutenträger an. 

Filigrane Zwei-Scheiben-Optik

Die Planung und Projektentwicklung der Erweiterung lagen in den Händen von Architekt Guido Angel, der als Geschäftsführer der ortsansässigen Icura Immobilienverwaltung- und Vermittlung GmbH zugleich Bauherr ist. Als architektonisches Highlight weckt die nach oben verlagerte Ellipse Assoziationen an ein Ufo. "Der untere und der obere Abschluss der Ellipse gleichen optisch zwei Scheiben. Durch die geringe Deckenstärke konnte eine schwebende Wirkung erzielt werden", bestätigt Architekt Guido Angel diesen Eindruck, der durch die lediglich auf der Innenseite im Boden verankerten Voutenträger verstärkt wird. Sie streben im Halbbogen frei nach außen und enden in etwa fünf Metern Höhe mit dem Scheitelpunkt an der Vorderkante der Betondecke, die direkt auf dem Wandkopf der Voutenträger aufliegt.

Thermische Trennung und Statik als Herausforderung

Da die im Freien stehenden, voll bewitterten Voutenträger die Wärmedämmebene der von unten gedämmten Betondecke unterbrachen, musste die Gebäudehülle thermisch getrennt werden. Die übliche Standardlösung mit Flankendämmung sollte es jedoch auf Wunsch von Guido Angel nicht werden. "Die Bauteile wurden für eine leichte Ästhetik extra minimiert. Eine Dämmung hätte da optisch viel zu sehr aufgetragen und zudem den Gestaltungsfreiraum eingeschränkt. Eventuell erhalten die Träger einen Farbanstrich. Das wäre auch weniger anfällig für Vandalismus", erklärt er die Gründe.

Dazu kam eine anspruchsvolle Statik. Jürgen Haßdenteufel, Inhaber des beauftragten Statikbüros Gleichgewicht in St. Wendel, erklärt: "Ohne die Decke, die alles zusammenhält, würden die Voutenträger kippen. Allerdings mussten dabei große horizontale Kräfte eingeleitet werden. Wir brauchten also einen Anschluss, der die hohen Kippkräfte sicher abtragen und gleichzeitig die Anforderungen an die thermische Trennung optisch unauffällig lösen konnte." 

Schöck Sconnex W als einzige Lösung

Der Tragwerksplaner hatte das Projekt bereits seit 2019 auf dem Tisch. Als Schöck 2021 die neue Produktfamilie Sconnex zur thermischen Trennung von Stahlbetonwänden vorstellte, erkannte er sofort den Nutzen des Wandanschlusses Schöck Sconnex W – ein tragendes Wärmedämmelement, bei dem dank der thermischen Dämmung direkt im Bauteil keine Flankendämmung mehr notwendig war und das überdies Passivhaus zertifiziert war. Das war genau das, was er brauchte, zumal hier über die Anzahl der verbauten Elemente auch die Einleitung der hohen Horizontalkräfte der Träger realisiert werden konnte. "Sconnex W war das einzige Zwischenbauteil am Markt, das sowohl die statischen wie die bauphysikalischen Anforderungen dieses Projekts erfüllte", betont Jürgen Haßdenteufel, der sonst keine Lösung für die architektonischen Vorgaben gehabt hätte.

Schöck Produkte – gut und einfach in der Handhabung

Die Bemessung empfand Jürgen Haßdenteufel als einfach, da sich diese mit Hilfe der Tabellenwerte aus den Katalogen, die Schöck zur Verfügung stellt, vornehmen lässt. "Man kann gut mit den Unterlagen von Schöck arbeiten", sagt er. "Diese sind ganz allgemein sehr ausgereift und immer auf dem neuesten Stand. Und wenn es ein Problem gibt, ist es einfach, bei Schöck anzurufen. Man bekommt immer Hilfe." Die ersten Erfahrungen mit Sconnex W waren so gut, dass er das Bauteil bereits ein weiteres Mal bei einem Einfamilienhaus eingesetzt hat. Davon abgesehen begleiten ihn Schöck Produkte schon lange und in allen Varianten. Er fügt an, dass schon in Bauabschnitt 1 und 2 des Gesundheitszentrums so gut wie alles von Schöck verbaut worden sei und zählt auf: “Isokorb, Dorn, Bole, Tronsole… Wir haben praktisch das ganze Portfolio einmal durchgemacht!”

Kraftschlüssiger Anschluss von Schöck Sconnex W

Auch für die Baufirma war die Comed-Ellipse ein nicht alltäglicher Auftrag: "So etwas haben wir noch nie gebaut", berichtet Patrick Rodens, Geschäftsführer der Kloos Bau-GmbH aus St. Wendel. Schon die Erstellung der frei stehenden Voutenträger war aufgrund der spezifischen Form und der Höhe von über fünf Metern eine Herausforderung. Ein Halt der Gesamtkonstruktion war nur in Kombination mit Sconnex W möglich. "Grundvoraussetzung war dabei, dass Sconnex W kraftschlüssig im Beton sitzt", betont der Bauunternehmer. Deshalb wurden die Träger in zwei Betonabschnitten betoniert. "Wir haben vormittags bis auf etwa 4,80 Meter betoniert und nachmittags, als sich der Beton etwas gesetzt hatte, den Rest nachbetoniert", erläutert Rodens das Verfahren und ergänzt: "Diese Vorgehensweise hat uns der Einbaumeister von Schöck vorgeschlagen, der auch vor Ort angeleitet hat. Es hat wunderbar funktioniert. Wir hatten nach dem Ausschalen eine lückenlose und kraftschlüssige Verfüllung." 

Einpassung in Bewehrung

Die andere Schwierigkeit war die relativ dichte Bewehrung, auf die Sconnex W aufgesteckt werden musste. Damit der Stahlverleger die Wandbewehrung entsprechend ausrichten konnte, hat Rodens anhand der Verlegepläne des Statikers vorab angezeichnet, wo das Wärmedämmelement platziert werden sollte. "Um zu gewährleisten, dass die Statik stimmt, musste sorgfältig gearbeitet werden", erklärt er. "Aber als der Wandanschluss saß, war der schwierigste Teil des Projekts erledigt.", fügt der Bauunternehmer an. Insgesamt wurden 82 Schöck Sconnex W in den acht Voutenträgern verbaut. Danach konnten sie die Schalung für die Betonierung der Betondecke vorbereiten. 

Ausgereifte Technik – gelungenes Projekt

Patrick Rodens ist stolz auf das gelungene Projekt. Auch wenn er zum ersten Mal mit Sconnex W gearbeitet hat, hat sich für ihn eine Erfahrung erneut bestätigt: "Wenn ich ein Bauteil von Schöck verbaue, bekomme ich keine Probleme. Schöck ist einfach führend und bietet ausgereifte Technik. Auch Sconnex W ist ein durchdachtes Produkt, das ich auf jeden Fall wieder verwenden würde." Mindestens so positiv empfand er die Zusammenarbeit mit dem Hersteller. “Wir hatten größten Respekt vor dem Einbau in den fünf Meter hohen Voutenträgern. Doch dank der hervorragenden Zusammenarbeit mit Herrn Andi Schumacher von der Firma Schöck ist es uns gelungen, einen gemeinsamen Lösungsweg zum Einbau der Sconnex W in die Träger in diesem einzigartigen Bauwerk zu finden.”

Bautafel

Objekt: Gesundheitszentrum Comed: 2 Hauptgebäude mit mittigem Verbindungsgebäude
Bauzeit: 2022 – Ende 2026
Bruttogeschossfläche: Verbindungsgebäude 300 m², 3 Haupt-/Bürogebäude mit insgesamt 4700 m²
Bauherr und Architekt: COMED II GmbH & CO. KG, Architekturbüro Angel / Icura Immobilien GmbH, Dipl.-Ing. Guido Angel, 66606 St. Wendel, www.icura.de, www.angelprojekt.de 
Tragwerksplanung: Statikbüro Gleichgewicht, 66606 St. Wendel, www.statik-gleichgewicht.de 
Bauunternehmen: Kloos Bau-GmbH, 66606 St. Wendel, mit Hauptsitz in 55779 Heimbach, www.kloos-bau.de 

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